

02.03.26 –
Anlässlich des Equal Pay Day am 27. Februar 2026 möchten wir die Rolle der Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis bei der Bekämpfung des Gender Pay Gaps in den Fokus stellen und fordern die Städte und Gemeinden des Kreises auf, ihre Gestaltungsmöglichkeiten gegen strukturelle Lohnungerechtigkeit konsequent zu nutzen. Denn auch wenn gesetzliche Regelungen zur Entgeltgleichheit auf Bundes- und Landesebene verankert sind, verfügt die kommunale Ebene dennoch über wirksame, indirekte Steuerungsmöglichkeiten.
„Der Gender Pay Gap ist ein strukturelles Problem – und genau hier müssen Kommunen ansetzen“, betont Stella Laufenberg, unsere Kreis-Vorstandssprecherin. „Ob durch die Förderung von Care-Infrastruktur, die Gleichstellung in der eigenen Verwaltung sowie die Berücksichtigung von Tariftreue und Gleichstellungsstandards bei öffentlichen Aufträgen: Kommunale Verwaltungen haben vielfältige Hebel, um faire Chancen zu schaffen. Es ist Zeit, diese auch zu nutzen.“
Konkret fordern wir:
Vorbildfunktion in der eigenen Verwaltung: Transparente und diskriminierungsfreie Gehaltsstrukturen, gezielte Förderung von Frauen in Führungspositionen und familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
Anreize für Unternehmen: Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollen Gleichstellungsstandards und Tariftreue als Kriterien verankert werden.
Verbesserung der Rahmenbedingungen: Ausbau von Kita-Plätzen, flexible Betreuungsangebote und Mobilitätslösungen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.
Abbau struktureller Barrieren: Sensibilisierung für unbewusste Benachteiligungen in Einstellungs- und Beförderungsprozessen sowie gezielte Förderung von Frauen in männerdominierten Branchen.
„Kommunale Verwaltungen sind keine neutralen Beobachter, sondern aktive Gestalterinnen gesellschaftlicher Realitäten“, so Stella Laufenberg weiter. „Der Equal Pay Day erinnert uns daran, dass wir - trotz verschiedener Gleichstellungsmaßnahmen in Kommunen, Städten oder der Kreisverwaltung in den vergangenen Jahren – noch längst nicht am Ziel sind.“
Hintergrund: Der Gender Pay Gap beschreibt die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern. Im Jahr 2025 lag dieser in Deutschland bei 16 Prozent – ein Wert, der sich seit Jahren nur langsam verringert. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern unentgeltlich arbeiten.
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